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Wilhelm Czermak

Wilhelm Czermak

Ehrenmitgliedschaften: Bajuvaria

Geboren: 10.09.1889, Wien
Gestorben: 13.03.1953, Wien
Universitätsprofessor (Ägyptologie)

Lebenslauf:

Czermak wurde als Sohn des Professors für Augenheilkunde in Prag, Wilhelm Czermak, geboren und absolvierte 1907 das Wiener Schottengymnasium. Danach studierte er an der Universität Wien Semitistik, Ägyptologie und Afrikanistik (Dr. phil. 1911). Anschließend leistete er sein Einjährig-Freiwilligenjahr beim Dragonerregiment Herzog von Lothringen Nr. 7 in Alt-Bunzlau (Stará Boleslav). Er ist nicht direkt mit dem Unterrichtsminister Emmerich Czermak (NdW) verwandt.

Danach war Czermak von 1912 bis 1914 bei Ausgrabungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und wegen Sprachstudien in Ägypten bzw. in Afrika. Von 1914 bis 1918 war er als Nachrichtenoffizier in Aleppo im Kriegseinsatz (damals Osmanisches Reich, nunmehr Syrien; letzter Dienstgrad Oberleutnant der Reserve).

1919 habilitierte sich Czermak an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien für hamito-semitische und afrikanische Sprachen. 1925 erfolgte seine Ernennung zum ao. Universitätsprofessor für Afrikanistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien. In Reaktion auf den Justizpalastbrand im Juli 1927 wurde die „Akademische Legion“ als parteipolitisch unabhängiger Wehrverband aller Wiener Hochschüler gegründet. Sie stand unter Czermaks Leitung, löste sich aber gegen 1930 wieder auf, weil die meisten Mitglieder zu den Heimwehren übergetreten sind. In dieser Zeit fand er Kontakt zur Bajuvaria, die ihm die Ehrenmitgliedschaft verlieh (Couleurname Cheops).

1931 wurde Czermak als Nachfolger von Hermann Junker (AW EM) zum o. Universitätsprofessor für Ägyptologie und Afrikanistik an der Universität Wien ernannt. Er setzte den internationalen Ruf der Ägyptologie in Wien, der durch Junker erworben wurde, fort. Nach dem Krieg war Czermak gleich im ersten Studienjahr 1945/46 Dekan der Philosophischen Fakultät. Es gab damals in der Bajuvaria das Gerücht wegen einer „einschlägigen Vergangenheit“ Czermaks, die sich aber nicht beweisen läßt. Möglicherweise kam dieses deswegen auf, weil er im Zuge des Anschlusses im März 1938 unbehelligt blieb und auf seinem Posten bleiben konnte.

Für das Studienjahr 1952/53 wurde Czermak zum Rektor der Universität gewählt. Als er am 13. März 1953 als solcher in der Aula der Universität eine Promotion beendet hatte, ging er noch in vollem Ornat in sein Amtszimmer, um den ebenfalls anwesenden Unterrichtsminister Ernst Kolb (AIn) zu begrüßen. In vollem Ornat erlitt er an seinem Schreibtisch einen Herzinfarkt und starb. Er ist bislang der einzige Rektor der Universität Wien, der derart verstorben ist.

Czermak wurde im großen Festsaal der Universität Wien aufgebahrt, wobei Chargierte der Bajuvaria die Totenwache hielten. Die Einsegnung nahm der Erzbischof von Wien, Theodor Kardinal Innitzer (NdW), vor. Czermak wurde auf dem Friedhof in Wien-Dornbach begraben.

Werke:

(Auswahl)
Kordofan-Nubische Studien (1919, Habilitationsschrift).
Zur Sprache der Ewe Neger (1924).
Der Rhythmus der koptischen Sprache und seine Bedeutung in der Sprachgestaltung (1931).
Die Laute der ägyptischen Sprache, 2 Bände (1931/1934).

Quellen und Literatur:

www.afrikanistik.at/personen/czermak_wilhelm.htm vom 14. 2. 2012.
Putz, Alfred Werner (Walth): Beispiele des katholischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus mit besonderer Berücksichtigung der Zeit ab 1925. Wien Phil. Diss. 1981, S. 27 (Hinweis auf „Akademische Legion“)
Email von Herbert Markwitz (Baj), 13. 2. 2017, wegen „Vergangenheit“ Czermaks.