Informationen

  Walter Zimper
Urverbindung: Neostadia (04.03.1960)
Geboren: 29.04.1942, Piesting (Bezirk Wiener Neustadt-Land, Niederösterreich)
Gestorben: 13.01.2008, St. Pölten
Position: Landtagsabgeordneter (Niederösterreich), ÖVP Landesparteisekretär (Niederösterreich), Chefredakteur (Niederösterreichisches Volksblatt), Bürgermeister (Piesting), Verleger

Lebenslauf

Zimper besuchte zuerst die Hauptschule in Piesting und danach die Handelsakademie in Wiener Neustadt. Bereits vor der Matura trat er der Neostadia bei (Couleurname Hassan). 1961 begann er das Studium der Staatwissenschaften (rer. pol.) an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, brach aber dieses ab und begann eine journalistische Berufslaufbahn in der ÖVP-nahen Presse. 1970 wurde er Chefredakteur des „Niederösterreichischen Volksblattes“, das nach dem Einstellen der ÖVP-Tageszeitung „Das Kleine Volksblatt“ entstanden war und vom Katholischen Preßverein Oberösterreichs übernommen wurde.

Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Zimper in der Kommunalpolitik und in der ÖVP bzw. im ÖAAB. 1970 wurde er in den Gemeinderat und 1975 zum Bürgermeister von Piesting gewählt. Er kandidierte 1974 bei den Wahlen zum niederösterreichischen Landtag, wurde gewählt und gehörte diesem vom 11. Juli 1974 bis zum 6. Oktober 1982 (Niederlegung) an.

Am 19. November 1978 wurde Zimper zum stellvertretenden Landesobmann des ÖAAB Niederösterreichs gewählt. Gleichzeitig mit ihm wurde der spätere Landeshauptmann Siegfried Ludwig (AW) zum Landesobmann des ÖAAB gekürt. Als dieser am 9. September 1980 auf einem Landesparteitag der ÖVP Niederösterreichs zum Landesparteiobmann gewählt wurde, machte er Zimper am 1. Oktober 1980 zum Landesparteisekretär,

Im Jahr 1982 geriet Zimper in eine angebliche Verstrickung in den Skandal rund um die Genossenschaft Wohnbau Ost (WBO), wo es um mißbräuchliche Verwendung von deren Geldern ging. Daraufhin legte er im Herbst 1982 sein Landtagsmandat wie auch seine Funktion als Landesparteisekretär zurück, blieb aber weiterhin bis 2002 Bürgermeister von Piesting, das mit den dort geborenen bzw. wirkenden Malern Leopold Kupelwieser und Friedrich Gauermann vor allem als Zentrum der Biedermeierkultur bekannt wurde. Eine rechtskräftige Verurteilung Zimpers gab es jedoch nicht.

Zimper mußte sich beruflich neu orientieren und gründete den Österreichischen Kommunal-Verlag GmbH als Fachverlag. Er engagierte sich auch als Interessensvertreter der österreichischen wie europäischen Kommunalpolitik. So war er u. a. von 1999 bis 2007 Vizepräsident des Österreichischen Gemeindebundes, Mitglied im EU-Ausschuß der Regionen, Vizepräsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas sowie eines von zwei österreichischen Mitgliedern im Weltrat des „Weltverbandes der Kommunen“ in Paris.

Seine Söhne sind u. a. Martin Zimper (ehemals Dan), der 1996 bis 1997 Leiter des Academia-Amtes bzw. Herausgeber der „Österreichischen Academia“ war, Michael Zimper (Am), der später die Verlagsgeschäftsführung übernahm.



Quellen und Literatur

Bezemek, Ernst–Dippelreiter, Michael: Politische Eliten in Niederösterreich. Bei biografisches Handbuch 1921 bis zur Gegenwart (= Schriftenreihe des Forschungsinstituts für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg, Band 38). Wien 2011, S. 383.

Erstellt von Gerhard Hartmann am 03.03.2014
Zuletzt geändert von Gerhard Hartmann am 03.03.2014