Gedenkstätte für NS-Widerstandskämpfer in der Wildschönau

Datum Von Österreichischer Cartellverband  
31.08.2017 Sebastian Ecker Österreichischer Cartellverband

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„Bitte bringt für mich auf der Praa-Alm, dem schönsten Ort der Welt, ein Marterl mit der Bitte zum Gebet an!“, war der letzte Wunsch von Widerstandskämpfer Walter Caldonazzi aus Kramsach. Diesem Wunsch wurde nun erneut Folge geleistet: Am 27. August wurde für Caldonazzi, der am 9. Jänner 1945 vom NS-Regime im Landesgericht Wien enthauptet wurde, und drei weiteren Tiroler Widerstandskämpfern, oberhalb der Praa-Alm in der Wildschönau eine neue Gedenkstätte gesegnet.

Vor seiner Hinrichtung hatte sich der im Juni 1916 in Südtirol geborene, einer katholischen Wiener Widerstandsgruppe angeschlossen, die den Allierten Informationen über deutsche Rüstungswerke lieferte, Flugblätter verteilte und Kriegsgefangenen zur Flucht verhalf. Caldonazzi wurde jedoch im Februar 1944 verhaftet, nachdem die Gruppe durch einen Spitzel enttarnt wurde.

Walter Caldonazzi wurde als Sohn eines Gendarmen geboren und verbrachte seine Kindheit zuerst in Südtirol, wo sein Vater eingesetzt war. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Kramsach. Dort besuchte er das Gymnasium in Kufstein, wo er 1931 der späteren MKV-Verbindung Cimbria beitrat. Nach der Matura ging er nach Wien und studierte dort Forstwesen an der Hochschule für Bodenkultur, wo er der Amelungia beitrat (Couleurname Faßl). Seine Burschung erfolgte im geheimen, nach dem Anschluss Ende Juni 1938.

2006 wurde in Wien-Hietzing ein Platz nach ihm benannt.

Weitere Informationen im Biolex des ÖCV:
http://bit.ly/2x8x4hA

erstellt am 31.08.2017
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