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Bernhard Raschauer

Bernhard Raschauer

Urverbindung: Norica (14.03.1968)

Geboren: 19.04.1948, Wien
Gestorben: 03.09.2019, Wien
Universitätsprofessor (Öffentliches Recht)

Lebenslauf:

Raschauer wurde als Sohn eines Sektionschefs und einer Gymnasiallehrerin geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Wien-Josefstadt (Albertgasse 18) und begann nach seiner Matura im Jahr 1966 das Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Dr. iur. 1971), wo er der Norica beitrat. Dort bekleidete er im Wintersemester 1969/70 teilweise das Amt eines Fuchsmajors. Sein Leibbursch war der spätere Vorsitzende des Zentralausschusses der Österreichischen Hochschülerschaft Hubert Pototschnig (Nc). Daneben absolvierte er 1970 eine Ausbildung zum Akademischen Übersetzer in Englisch.

Noch während seines Studiums war Raschauer wissenschaftliche Hilfskraft und nach der Absolvierung (abs. iur.) Vertragsassistent am Institut für Öffentliches Recht. Von 1971 bis 1974 war er wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Nach seiner Rückkehr nach Wien war er wieder Vertragsassistent bzw. Universitätsassistent und habilitierte sich 1978 bei Günther Winkler (Nc EM).

Mit 1. Februar 1982 wurde Raschauer zum außerordentlichen Universitätsprofessor für Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Verwaltungsrechtsverfahren und ausländisches öffentliches Recht ernannt. Seine Ernennung zum ordentlichen Universitätsprofessor für Öffentliches Recht am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien erfolgte mit 1. November 1989. Dort war er Leiter der Abteilung Öffentliches Wirtschaftsrecht. Er wurde im Oktober 2016 emeritiert.

Des Weiteren war Raschauer von 1985 bis 1991 Umweltanwalt des Landes Niederösterreich. Sein Nachfolger in dieser Funktion war Harald Rossmann (Baj). Von 1994 bis 1998 war Raschauer Vorsitzender des Kuratoriums der Donau-Universität Krems und gehörte von 2003 bis 2005 dem Österreich-Konvent für eine Revision des österreichischen Bundesverfassungsgesetzes an. Als solcher trat er u. a. für den Ersatz des Bundesrates durch eine Landeshauptleutekonferenz ein. Von 1999 bis 2014 war er Mitglied des Unabhängigen Umweltsenats des Umweltministeriums. 2001/02 war er Vorsitzender der Aufgabenkommission der Bundesregierung. 2004 wurde er als Kandidat der ÖVP für den Präsidenten des Rechnungshofes genannt.

Nach seiner Emeritierung war Raschauer ab Herbst 2016 als Konsulent bei der Anwaltskanzlei KWR Georg Karasek (Nc), dem ehemaligen Vorsitzenden des Zentralausschusses der Österreichischen Hochschülerschaft und Sohn des Generalsekretärs des Europarats Franz Karasek (Nc), und Gerold Wietrzyk (Alb) tätig. Er beriet diese vor allem zu öffentlich-rechtlichen Fragen im Energie-, Umwelt- und Baurecht. Den Flughafen Wien begleitete er in Gerichtsverfahren um die Genehmigung der dritten Piste, darunter vor allem im Rechtsmittelverfahren gegen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts 2017.

Raschauers Forschungsschwerpunkte waren breit gestreut. Er war ein Pionier im Umweltrecht, veröffentlichte 1986 das erste Handbuch zu diesem Rechtsgebiet und war über viele Jahre Mitherausgeber der Zeitschrift Recht der Umwelt. Sein Lehrbuch zum Allgemeinen Verwaltungsrecht ist bis heute das Standardwerk in Österreich. Er veröffentlichte zudem eine Vielzahl an Publikationen zum Wirtschafts-, Energie-, Finanzmarkt- und Bankenrecht.

Raschauer starb an den Folgen eines Herzinfarkts.





Werke:

(Auswahl)
Bundesverfassungsrecht (1975).
Namensrecht. Eine systematische Darstellung des geltenden österreichischen und geltenden deutschen Rechts (1978),
Umweltschutzrecht (1986).
Bankengesetze (1993).
Gewerbeordnung 1973 (1993).
Kommentar zum Wasserrecht (1993).
Das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (1994).
Besonderes Verwaltungsrecht (4. Aufl. 2001).
Energierecht (2006).
Grundriss des österreichischen Wirtschaftsrechts (3. Aufl. 2010).
Aktuelles Energierecht (2011).
Einführung in die Rechtswissenschaften und ihre Methoden. Band 1 Öffentliches Recht (12. Aufl. 1913).
Finanzmarktaufsichtsrecht (2015).
Allgemeines Verwaltungsrecht (5. Aufl. 2017).

Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsvizedirektor Heinz Hafner [Am], Mitteilung 5. 9. 2019.
Verbindungsarchiv Norica (Georg Schmitz, 9., 11. und 19. 9. 2019).
http://diepresse.com/home/innenpolitik/5684507, 4. 9. 2019.
Festschrift für Bernhard Raschauer zum 65. Geburtstag. Hg. von Daniel Ennöckl. Wien 2013.
Über Struktur und Vielfalt im Öffentlichen Recht. Festgabe für Bernahd Raschauer. Hg. von Daniel Ennöckl. Wien 2008.