Informationen

  Franz Fischer
Ehrenmitgliedschaften: Leopoldina, Vindelicia
Geboren: 01.11.1887, Innsbruck
Gestorben: 14.04.1943, Innsbruck
Position: Bürgermeister von Innsbruck, Mitglied des Bundeswirtschaftsrates, Landtagsabgeordneter (Tirol), Devotionaliengroßhändler

Lebenslauf

Franz Fischer wurde als Sohn eines Devotionaliengroßhändlers geboren und war der ältere Bruder von Ernst Fischer (AIn). Nach dem Besuch von Schulen bzw. Gymnasien in Innsbruck, Rovereto und Feldkirch trat er in die väterliche Firma ein. Von 1914 bis 1916 war er bei der k. u. k. Armee, danach fungierte er als Kurier bei der k. u. k. Gesandtschaft in Bern.

Nach dem Krieg übernahm Fischer mit seinem Bruder die väterliche Firma und betätigte sich politisch für die Christlichsoziale Partei. 1919 wurde er in den Innsbrucker Gemeinderat gewählt, dem er dann bis 1934 angehörte. Von 1923 bis 1929 war er Vizebürgermeister und von 1929 bis 1938 Bürgermeister von Innsbruck. Er kandidierte 1921 bei den Wahlen zum Tiroler Landtag, dem er vom 7. Juni 1921 bis zum 21. November 1934 angehörte. Darüber hinaus war er auch Präsident der Tiroler Wasserkraftwerke AG, von 1932 bis 1935 Vorstandstellvertreter der Sparkasse Innsbruck.

Fischer wurde nach dem Krieg gleich bei der Heimwehr aktiv. Ab 1921 war er dort Landesschatzmeister und ab 1927 zweiter Landesführerstellvertreter. Im März 1932 wurde ein Antrag von ihm im Landtag angenommen, wonach die Landesregierung die Heimwehr als Notpolizei verwenden und ausrüsten zu können. Aufgrund dieses bereits frühen Engagements bei der Heimwehr geriet er auch in Kontakt mit rechten Kreisen in Deutschland. So unterstützte er jeweils die Flucht nach Tirol von Waldemar Pabst nach dem Kapp-Putsch 1920 und von Hermann Göring nach dem Hitler-Putsch im November 1923.

Mit Errichtung des „Ständestaates“ wurde Fischer als Vertreter der Selbständigen im Handel zum Mitglied des Bundeswirtschaftsrates ernannt, dem er vom 1. November 1934 bis zum 12. März 1938 angehörte. Dieser wählte ihn am 28. November 1934 zum Mitglied des Bundestags.

Nach dem Anschluß wurde Fischer aus allen seinen Ämtern entfernt und trotz Gnadengesuche ohne Pensionsansprüche entlassen. Danach arbeitete er Kommissionswarenhändler. 1940 wurde er mit einem „Gauverbot“ belegt. Er übersiedelte nach Salzburg, wo er ab Juli 1940 bis zu seinem Tod im Rüstungsinspektorat des Wehrkreiskommandos XVIII tätig war.

Quellen und Literatur

Enderle-Burcel, Gertrude: Christlich–ständisch–autoritär. Mandatare im Ständestaat 1934–1938. Biographisches Handbuch der Mitglieder des Staatsrates, des Bundeskulturrates, des Bundeswirtschaftsrates sowie des Bundestages. Unter Mitarbeit von Johannes Kraus. Hg. vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands und der Österreichischen Gesellschaft für Quellenstudien. Wien 1991, S. 72f.

Erstellt von Gerhard Hartmann am 05.08.2013
Zuletzt geändert von Gerhard Hartmann am 05.08.2013