Informationen

  Josef Thoman
Ehrenmitgliedschaften: Leopoldina
Geboren: 16.12.1923, Innsbruck
Gestorben: 20.10.2003, Innsbruck
Position: Landtagspräsident (Tirol), Magistratsbeamter, Geschäftsführer einer Wohnbaugenossenschaft

Lebenslauf

Thoman besuchte in Innsbruck die Realschule. Nach der Matura wurde er im Herbst 1941 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und tat Dienst in einem Hochgebirgszug einer Jägerdivision. Am 14. Mai 1943 wurde er auf dem Kuban-Brückenkopf (östlich der Krim) schwer verwundet. Durch einen Halsschuß war er eine zeitlang querschnittgelähmt, konnte aber wieder so weit gesunden. Wegen seiner schweren Verwundung wurde er nach einem ausgiebigen Lazarettaufenthalt 1944 aus der Deutschen Wehrmacht entlassen und trat in den Dienst der Innsbrucker Gemeindeverwaltung.

Nach dem Krieg engagierte sich Thomann aufgrund seines Kriegsversehrtenzustands im Tiroler Kriegsopferverband, deren Landesobmann er 1954 wurde. 1958 wurde er Vizepräsident der Zentralorganisation der Kriegsopfer Österreichs. In diesen Funktionen galt sein politisches Bemühen der sozialen Besserstellung der Kriegsopfer und Kriegerwitwen. 1968 war er Mitbegründer des Tiroler Versehrtensportverbandes, später Behindertensportverband, deren Präsident er bis 1997 war.

Ebenfalls engagierte sich Thoman nach dem Krieg politisch im ÖAAB bzw. in der ÖVP sowie in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, wo er Vorsitzender der Fraktion Christlicher Gewerkschafter wurde. 1954 wurde er Obmann der Personalvertretung der Beamten und Angestellten der Stadt Innsbruck. 1968 wurde er zu einem der Landesobmannstellverteter des ÖAAB Tirol gewählt.

Das führte zu politischen Funktionen. 1957 kandidierte er bei den Wahlen zum Tiroler Landtag, wurde gewählt und gehörte diesem nach Wiederwahlen vom 12. November 1957 bis zum 4. April 1989 an. Am 23. Oktober 1979 wurde er als Nachfolger von Alois Lugger (AIn) zum Landtagspräsidenten gewählt, welches Amt er ebenfalls bis 4. April 1989 ausübte. Von 1977 bis 1979 war er auch Mitglied des Innsbrucker Gemeinderates.

1971 wechselte Thoman vom Rathaus in die Geschäftsführung der im Eigentum des Landes Tirols und der Stadt Innsbruck stehenden gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft „Neue Heimat Tirol“, nachdem er sich bereits im Landtag in der Wohnbaupolitik engagiert hatte. Von 1961 bis 1979 war er Oberkurator-Stellvertreter der Landes-Hypothekenanstalt.

Thomann war auch Ehrenmitglied der Innsbrucker MKV-Verbindungen Rugia und Ambronia. Nach ihm wurde auch eine Straße in Innsbruck-Pradl benannt. Er starb kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Quellen und Literatur

Schober, Richard: Geschichte des Tiroler Landtages im 19. und 20. Jahrhundert. Mit einem Beitrag von Eberhard Lang. Innsbruck 1984, S. 553f.
Biographisches Handbuch des Tiroler Landtages und der Tiroler Landesregierung 1945–2007. Hg. von Thomas Hofbauer. Innsbruck 2006, S. 134.

Erstellt von Gerhard Hartmann am 03.08.2014
Zuletzt geändert von Gerhard Hartmann am 16.11.2018