Informationen

  Robert Muth
Urverbindung: Leopoldina (24.10.1935)
Bandverbindungen: AlIn
Geboren: 01.01.1916, Innsbruck
Gestorben: 25.11.2008, Innsbruck
Position: Universitätsprofessor (Klassische Philologie), ÖCV-Amtsträger

Lebenslauf

Muth absolvierte 1935 in Innsbruck das Gymnasium und begann danach das Studium der Klassischen Philologie und Archäologie an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck (Dr. phil. 1939, Lehramtsprüfung 1940), wo er der Leopoldina beitrat (Couleurname Dr. cer. Nepos). 1941 wurde er als Sanitäter zur Deutschen Wehrmacht eingezogen, blieb aber in Innsbruck stationiert, so daß er nebenbei eine wissenschaftliche Laufbahn beginnen konnte.

1942 erhielt Muth einen Lehrauftrag, und 1943 wurde er als Assistent angestellt. So konnte er sich 1945 – knapp vor Kriegsende – habilitieren. Einer seiner Lehrer war Karl Jax (AlIn EM). 1950 wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor auf den Lehrstuhl des nach Wien berufenen bekannten Altphilologen Albin Lesky ernannt. Gleichzeitig wurde er auch Vorstand des Instituts für Klassische Philologie an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck. Ein zur selben Zeit erfolgtes Angebot für eine Professur an der Universität Freiburg/Schweiz lehnte er ab. Die Ernennung zum ordentlichen Universitätsprofessor erfolgte dann 1958.

In den Studienjahren 1960/61 und 1968/69 war Muth Dekan der Philosophischen Fakultät. Im Studienjahr 1970/71 war er Prorektor der Universität Innsbruck. Er leitete auch bis 1969 das Institut für Leibeserziehung. 1986 wurde er emeritiert. 1947 begründete er die Zeitschrift „Anzeiger für die Altertumswissenschaft“. Einer seiner Schüler war Karlheinz Töchterle (Le EM).

Muth wurde Ende 1946 zum Leiter des Amtes für Auslandsfragen im ÖCV gewählt, welches Amt er vier Jahre bis Ende 1950 ausübte. Eines der Motive seiner Wahl war, daß dieses Amt die Kontakte zu der in der Schweiz ansässigen Pax Romana sowie zum Schweizerischen Studentenverein (StV) und dem sich in diesen Jahren langsam wieder konstituierenden deutschen CV zu pflegen hatte. In der schwierigen Nachkriegszeit (Besatzung) war hierfür der Wohnort Innsbruck aus geographischer Sicht besser als Wien oder Graz geeignet. Dadurch war Muth am Wiederaufbau des ÖCV mitbeteiligt. Aufgrund dieser Position wurde er auch Ehrenphilister der StV Verbindungen Helvetia Oenipontana (Innsbruck) und Berchtoldia (Bern).

Werke

(Auswahl)
Humanismus und Wissenschaft (1946).
Träger der Lebenskraft. Ausscheidungen des Organismus im Volksglauben der Antike (1954).
Einführung in die griechische und römische Religion (1988, 2. erw. Aufl. 1998).
Die Götterburleske in der griechischen Literatur (1992).

Quellen und Literatur

Töchterle, Karlheinz (Le EM): Robert Muth †, in: Gnomon 81 (2009), S. 573–575.
Festschrift für Robert Muth : zum 65. Geburtstag am 1. Januar 1981, Dargebracht von Freunden und Kollegen. Hg. von Paul Händel und Wolfgang Meid. Innsbruck 1983.

Erstellt von Gerhard Hartmann am 16.06.2015