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Albert Rechfeld

Albert Rechfeld

Ehrenmitgliedschaften: Kürnberg

Geboren: 21.07.1886, Görz (Küstenland)
Gestorben: 23.07.1940, Wien
Mitglied des Staatsrates, Staatsanwalt
Politische Haft: 1938 Polizeihaft, KZ Dachau

Lebenslauf:

Rechfeld wurde als Sohn eines Bahnbeamten geboren. Das gelegentlich bei ihm angegebene Geburtsdatum 21. Juni ist unrichtig. Er besuchte das Gymnasium in Wien und absolvierte anschließend das Einjährig-Freiwilligenjahr. Anschließend studierte er an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Dr. iur. 1911) und schlug danach die Richterlaufbahn ein. Zuerst war er Gerichtspraktikant am Oberlandesgericht Wien und ab 1913 Untersuchungsrichter („Auskultant“) am Bezirksgericht Schärding.

Im Ersten Weltkrieg tat Rechfeld Dienst in der k. u. k. Armee (letzter Dienstgrad Oberleutnant der Reserve; Auszeichnungen: silbernes Signum laudis mit Schwertern, Signum laudis, Karl-Truppenkreuz). Nach dem Krieg war er ab 1919 Untersuchungsrichter in Ried im Innkreis, wechselte aber dort 1921 zur Laufbahn eines Staatsanwaltes über. 1923 wurde er Staatsanwalt in Salzburg. Ab 28. September 1934 war er dort als Erster Staatsanwalt Leiter der Staatsanwaltschaft, ab 11. Mai 1936 Leitender Erster Staatsanwalt.

Rechfeld engagierte sich sowohl in der Christlichsozialen Partei wie auch dann ab 1933 in der Vaterländischen Front. Mit 1. November 1934 wurde er zum Mitglied des Staatsrates ernannt, dem er bis zum 12. März 1938 angehörte.

Nach dem Anschluß im März 1938 wurde Rechfeld verhaftet und am 8. April 1938 ins KZ Dachau verbracht, von wo er am 17. November 1938 entlassen wurde. Bereits am 30. Mai 1938 erfolgte die Versetzung in den dauernden Ruhestand, am 5. August 1938 die Entlassung aus dem Dienststand. Die in „Farbe tragen, Farbe bekennen“ (siehe unten Quellen und Literatur) gemachte Angabe, er sei bis zu seinem Tod im KZ Dachau gewesen und verstorben, ist unrichtig

,

Nach seiner Entlassung lebte Rechfeld in Wien, wo er auch verstorben ist. Er wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben. Seine Tochter ehelichte Wolfgang Maria Zaunbauer (Kb).

Quellen und Literatur:

Enderle-Burcel, Gertrude: Christlich–ständisch–autoritär. Mandatare im Ständestaat 1934–1938. Biographisches Handbuch der Mitglieder des Staatsrates, des Bundeskulturrates, des Bundeswirtschaftsrates sowie des Bundestages. Unter Mitarbeit von Johannes Kraus. Hg. vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands und der Österreichischen Gesellschaft für Quellenstudien. Wien 1991, S. 174f.
Polgar, Michael: 100 Jahre K. Ö. St. V. Kürnberg 1900–2000. Wien 2000, S. 198f.
Farbe tragen, Farbe bekennen 1938–45. Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Hg. von Herbert Fritz und Peter Krause (Rt-D). Wien 2. wesentlich verb. Aufl. 2013, S. 479.