Informationen

  Gabriel Josef Fazeny
Ehrenmitgliedschaften: Kürnberg
Geboren: 09.01.1862, Au bei Ebelsberg (Oberösterreich)
Gestorben: 03.10.1938, Wilhering (Oberösterreich)
Position: Abt von Wilhering, Ordenspriester (SOCist), Landtagsabgeordneter (Oberösterreich

Lebenslauf

Fazeny wurde als Sohn eines Müllermeisters geboren und auf den Namen Josef getauft. Nach der Absolvierung des Gymnasiums in Linz trat er am 1. August 1881 in das Stift Wilhering ein und nahm den Ordensnamen Gabriel an. Nach dem Noviziat studierte er an der Philosophisch-Theologischen Hauslehranstalt des Stiftes St. Florian. Am 1. November 1885 legte er die feierliche Profeß ab, am 18. Juli 1886 wurde er zum Priester geweiht.

Anschließend war Fazeny auf verschiedenen Posten in der Seelsorge und wurde 1897 Stiftshofmeister in Krems. Nach dem Tod des Abtes Theobald Grasböck (Kb EM) wurde Fazeny am 13. Dezember 1915 zum Abt von Wilhering gewählt. Von den Christlichsozialen wurde er in die Provisorische Landesversammlung Oberösterreichs, die die Funktion eines Landtages ausübte, entsandt, der er vom 18. November 1918 bis zum 15. Mai 1919 angehörte.

Fazeny setzte als Abt zahlreiche Initiativen. Er baute das bisherige Untergymnasium des Stiftes zu einem Vollgymnasium aus. 1933 gründete er eine eigene Philosophisch-Theologische Hauslehranstalt. Er führte das seit 1811 ausgestorbene Institut der Laienbrüder wieder ein. 1928 gründete er eine Indianermission in Bolivien. 1920 errichtete er ein eigenes Stiftssägewerk.

Als Kürnberg dem neuen Abt seine Glückwünsche übermittelte, antwortete Fazeny, daß er auch hinsichtlich der Verbindung Kürnberg gerne der Nachfolger von Abt Grasböck sein wolle. Daraufhin wurde ernannte der Kriegsconvent Fazeny sofort zum Ehrenphilister. Die Überreichung von Band und Mütze erfolgte im zeitlichen Rahmen des Kürnbergtages in Linz im Oktober 1916.

1923 wurde mit Fazenys Patronanz die katholische Pennalie Hilaria (später MKV) gegründet, deren Ehrenphilister er war. Er wurde im Stift Wilhering beigesetzt. „Fazeny, der in schwerer Zeit die Führung des Stiftes Wilhering übernahm und in noch schwererer Zeit starb, war ein liebenswürdiger und gastfreundlicher Abt.“

Quellen und Literatur

Academia 29 (1916/17), S. 295f.
Slapnicka, Harry: Oberösterreich. Die politische Führungsschicht 1918 bis 1938 (= Beiträge zur Zeitgeschichte Oberösterreichs 3). Linz 1976, S. 79f.
Polgar, Michael: 100 Jahre K. Ö. St. V. Kürnberg 1900–2000. Wien 2000, S. 193.


Erstellt von Gerhard Hartmann am 30.07.2013
Zuletzt geändert von Gerhard Hartmann am 26.09.2017