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Johann Tollinger

Johann Tollinger

Urverbindung: Austria Innsbruck (02.03.1872)

Geboren: 10.01.1847, Wilten (nunmehr Innsbruck)
Gestorben: 21.01.1926, Innsbruck
Reichsratsabgeordneter, Privatdozent (Experimentalphysik), Bildungshausdirektor (Rotholz)

Lebenslauf:

Tollinger wurde als Sohn eines Bauern geboren. Nach der Absolvierung des Gymnasiums begann er das Studium der Physik an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck (Dr. phil.), wo er der Austria beitrat (Couleurname Zapfl). Nach seinem Studium begann er zuerst eine wissenschaftliche Laufbahn, wurde Assistent an der Lehrkanzel für Physik und habilitierte sich 1878 an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck für Experimentalphysik.

Tollinger schlug jedoch keine akademische Laufbahn ein, sondern wurde Direktor der renommierten landwirtschaftlich Lehranstalt in Rotholz (Gemeinde Straß im Zillertal), welche Funktion er 21 Jahre bekleidete. Darüber hinaus war er auch Präsident der Zentralkasse der Raiffeisen-Vereine Deutschtirols.

Tollinger engagierte sich in der katholisch-konservativen Bewegung und kandidierte bei einer Nachwahl für die Landgemeinden der Bezirke Kufstein, Schwaz und Kitzbühel für einen Sitz im Abgeordnetenhaus des Reichsrates. Er wurde gewählt und gehörte diesem nach einer Nachwahl von 1897 bis zum 30. Januar 1907 an. Die gelegentlich zu lesende Bemerkung, er habe auch dem Tiroler Landtag angehört, stimmt nicht.

Tollinger versuchte Ende 1906, durch einen eigenen Antrag im Abgeordnetenhaus betreffend das Wahlrecht einen Kompromiß zwischen den Christlichsozialen und Katholisch-Konservativen herbeizuführen, was aber mißlang. Mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts und dem Beitritt der Katholisch-Konservativen zur Fraktion der Christlichsozialen war seine politische Laufbahn beendet.

Tollinger starb zwei Tage nach dem Tod seiner Frau.

Werke:

Rede des Abgeordneten Dr. Tollinger in der Budgetdebatte über die Universitäten am 17. März 1902 (1902).

Quellen und Literatur:

Reichspost, 23. 1. 1926, S. 4.
Austrier-Blätter Nr. 15, 1946, S. 95.
Boyer, John W.: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. Eine Biographie (= Studien zu Politik und Verwaltung Band 93). Wien 2010, S. 289.