Informationen

  Helmut Schuster
Urverbindung: Austria Innsbruck (06.11.1962)
Bandverbindungen: A-D
Geboren: 04.02.1939, Wien
Gestorben: 08.08.2013, Linz
Position: Universitätsprofessor (Volkswirtschaftspolitik)

Lebenslauf

Schuster wurde als Sohn eines Arztes geboren. Nach seiner Matura in Wien im Jahr 1956 begann er das Studium der Volkswirtschaftlehre in Birmingham (Großbritannien). Nachdem er dort den Abschluß eines Bachelor erworben hatte, wechselte er an die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Innsbruck, um dort bei Clemens August Andreae (AIn EM) zu promovieren (Dr. rer. oec. 1963). Dort wurde Schuster durch den späteren VOP Konrad Hofinger für die Austria geworben, der er dann beitrat (Couleurname Lord). Hofinger war dann auch sein Leibbursch.

Schuster ging nach Beendigung seines Studiums nach Deutschland und habilitierte sich 1969 an der Universität Münster für Volkswirtschaftslehre. Kurz danach erhielt er einen Ruf an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Technischen Universität Berlin, wo er 1972/73 Dekan war. Für kurze Zeit war er auch am Massachusetts Institute of Technology und am Economic Developement Institute der Weltbank in Washington tätig, um dann 1975 als Professor für Volkswirtschaftspolitik an die Johannes-Kepler-Universität in Linz berufen zu werden. Von 1961 bis zu seiner Emeritierung war er Dekan der dortigen Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Er lehrte noch nach seiner Emeritierung reduziert weiter. Nebenbei betrieb er auch eine Schafzucht in Altenberg (Bezirk Urfahr-Umgebung, Oberösterreich).

Schuster sah 1997 die Aufnahme der südeuropäischen Länder in die sich formierende europäische Währungsunion sehr kritisch. Seiner Meinung betrieben diese Länder keine solide Fiskal- und Geldpolitik und wären nicht reif für eine Teilnahme an einer Währungsunion, die einen stabilen Außenwert der gemeinsamen Währung garantieren muß. Aus diesem Grunde stand er damals dem Euro zwar reserviert, letztlich jedoch positiv gegenüber. In den letzten Jahren seines Lebens mußte er die Richtigkeit seiner Annahme erleben. „Schuster war ein blendender Rhetoriker, aber er verpackte in seinen meist druckreifen Statements oft genug Ansichten, die von Politikern, aber auch von Kollegen, nicht immer gerne gehört wurden“ (Oberösterreichische Nachrichten).

Werke

(Auswahl)
Lohnhöhe und Beschäftigung (1991).
Volkswirtschaft für Journalisten, Eine anwendungsorientierte Einführung (1995)

Quellen und Literatur

Austrier-Blätter, Nr. 82 (2013), S. 201f.
Oberösterreichische Nachrichten, 14. 8. 2013.

Erstellt von Gerhard Hartmann am 15.09.2014
Zuletzt geändert von Gerhard Hartmann am 12.12.2017