Informationen

  Ludwig Jedlicka
Ehrenmitgliedschaften: Aargau
Geboren: 26.05.1916, Wien
Gestorben: 29.04.1977, Salzburg
Position: Universitätsprofessor (Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte)

Lebenslauf

Jedlicka wurde als Sohn eines Lehrers geboren, absolvierte 1935 das Gymnasium Wien-Penzing und studierte danach Geschichte, Germanistik und Altertumskunde an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (Dr. phil. 1939). Bereits 1937 wurde er Beamter der Gemeinde Wien und 1941 Kustos am Heeresgeschichtlichen Museum Wien.

Jedlicka war illegales Mitglied der HJ und der NSDAP und als solcher einer der Teilnehmer des HJ-Sturms am 8. Oktober 1938 auf das Wiener Erzbischöfliche Palais. Wegen seiner Mitgliedschaft in der Vaterländischen Front wurde aber 1941 ein Parteiverfahren gegen ihn eröffnet. 1943 schloß er sich der Widerstandsgruppe um Major Carl Szokoll an und hat im April 1945 als erster die rotweißrote Fahne auf dem Rathaus gehißt.

Von 1945 bis 1953 war Jedlicka Lektor in einem Verlag, um dann wieder in den Dienst des Heeresgeschichtlichen Museums übernommen zu werden. 1958 habilitierte er sich für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte. 1963 gründete er u. a. mit August Maria Knoll (NbW) das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands.

Jedlicka warb für die Einrichtung des Faches Zeitgeschichte auf der Universität Wien, so daß auf seine Initiative 1961 das Institut für Zeitgeschichte als erstes dieser Art in Österreich gegründet wurde. 1966 wurde er zum ao. Universitätsprofessor für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Wien ernannt, 1969 dort zum o. Universitätsprofessor. Er starb im aktiven Dienst und ist am Friedhof in Wien-Neustift begraben.

Jedlicka war der erste Professor dieses Faches in Österreich und begründete damit eine wissenschaftliche Tradition. Er war nicht nur Ehrenmitglied einer ÖCV-Verbindung sondern auch des inzwischen sistierten akademischen und paritätischen Corps Marchia zu Wien.



Werke

(Auswahl)
Ein Heer im Schatten der Parteien. Die militärpolitische Lage Österreichs 1918 bis 1938 (1955, Habilitationsschrift).
Der 20. Juli 1944 in Österreich (1965).
Vom alten zum neuen Österreich. Fallstudien zur österreichischen Zeitgeschichte 1900 bis 1975 (1975).

Quellen und Literatur

Fellner, Fritz–Corradini, Doris A.: Österreichische Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon. Wien 2006, S. 205.

Erstellt von Gerhard Hartmann am 11.06.2013
Zuletzt geändert von Gerhard Hartmann am 29.11.2014